Das GfK-Konsumklima in Deutschland sank im August von -29,3 auf -29,6, was zeigt, dass das Vertrauen der privaten Haushalte trotz einer leichten Verbesserung einiger zugrunde liegender Indikatoren weiterhin stark gedrückt ist. Ausschlaggebend für die leichte Verschlechterung waren schwächere Einkommenserwartungen und ein erneuter Anstieg des Vorsorgesparens, die steigende Anschaffungsbereitschaft und Konjunkturerwartungen kompensierten.
Die Einkommenserwartungen sanken von -12,2 auf -14,5 und kehrten damit einen Teil der in den letzten Monaten beobachteten allmählichen Verbesserung um, da die Haushalte hinsichtlich ihrer finanziellen Aussichten für das kommende Jahr pessimistischer wurden. Unterdessen stieg die Sparbereitschaft von 13,9 auf 17,0, was im historischen Vergleich immer noch außergewöhnlich hoch ist und signalisiert, dass Verbraucher angesichts der anhaltenden Unsicherheit weiterhin dem Aufbau finanzieller Rücklagen Priorität einräumen. Obwohl sich die Anschaffungsbereitschaft von -13,4 auf -9,9 verbesserte, blieb sie deutlich negativ, was darauf hindeutet, dass die privaten Haushalte immer noch zurückhaltend sind, sich auf größere Anschaffungen einzulassen.
Die Umfrage zeigte auch, dass sich die Konjunkturerwartungen im dritten Monat in Folge verbesserten. Der Indikator stieg von -8,7 auf -6,3, was darauf hindeutet, dass der Pessimismus hinsichtlich der deutschen Wirtschaft allmählich nachlässt. Allerdings rechnen die Verbraucher weiterhin damit, dass sich die Wirtschaftslage im nächsten Jahr verschlechtern wird. Gleichzeitig nahmen die Inflationssorgen zu, nachdem die Treibstoffsubvention Ende Juni ausgelaufen war, und steigende Preise an der Zapfsäule verstärkten die Vorsicht.
Insgesamt deutet die Umfrage darauf hin, dass der Verbrauchersektor weiterhin unter Druck steht, was darauf hindeutet, dass die Ausgaben der privaten Haushalte der wirtschaftlichen Erholung Deutschlands in naher Zukunft wahrscheinlich keinen nennenswerten Impuls verleihen werden.
Konjunkturdatenkomponente aktueller vergangener Trend Konsumklima (August) -29,6 -29,3 ▼ leicht schwächere Einkommenserwartungen (Juli) -14,5 -12,2 ▼ schwächere Kaufbereitschaft (Juli) -9,9 -13,4 ▲ verbesserte Sparbereitschaft (Juli) 17,0 13,9 ▲ höhere Konjunkturerwartungen (Juli) -6,3 -8,7 ▲ Preiserwartungen verbessert (Juli) -2,1 -2,9 ▲ Inflationssorgen haben leicht zugenommen Wichtige Ergebnisse Die Verbraucherstimmung ist von -29,3 auf -29,6 gesunken, was darauf hindeutet, dass das deutsche Verbrauchervertrauen weiterhin äußerst schwach ist. Die Umsatzerwartungen sanken von -12,2 auf -14,5 und beendeten damit mehrere Monate allmählicher Verbesserung. Die Sparbereitschaft stieg von 13,9 auf 17,0, was auf anhaltendes präventives Verhalten inmitten wirtschaftlicher Unsicherheit hinweist. Die Kaufbereitschaft verbesserte sich von -13,4 auf -9,9, blieb aber deutlich negativ, was darauf hindeutet, dass die Verbraucher bei größeren Einkäufen immer noch zurückhaltend sind. Die Konjunkturerwartungen verbesserten sich den dritten Monat in Folge, wobei der Index von -8,7 auf -6,3 stieg, obwohl die meisten Haushalte immer noch mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage im nächsten Jahr rechnen. Nach dem Auslaufen der deutschen Treibstoffsubventionen nahmen die Inflationssorgen leicht zu, was zu einem Anstieg der Treibstoffpreise führte. Insgesamt deutet die Umfrage auf eine schwache Haushaltsnachfrage hin, was darauf hindeutet, dass der private Konsum kurzfristig kein wesentlicher Treiber für die Konjunkturerholung in Deutschland werden dürfte.
Die vollständige deutsche Verbraucherklimaerklärung von Gfk finden Sie hier.