Polen erhöht seinen Beitrag zur europäischen IRIS2-Konstellation auf 656 Millionen Euro

Polen erhöht seinen Beitrag zur europäischen IRIS2-Konstellation auf 656 Millionen Euro

Bildnachweis: POLSA

Polen hat seine Teilnahme an der europäischen Konstellation für sichere Kommunikation IRIS2 formalisiert und sich bereit erklärt, seinen Beitrag um mehr als 150 Millionen Euro zu erhöhen. Durch die zusätzliche Finanzierung wird Polens Beitrag zum Weltraumsegment des Programms auf 12 Satelliten verdoppelt, sechs davon in mittlerer Erdumlaufbahn (MEO) und sechs in niedriger Erdumlaufbahn (LEO).

Die am 21. Juli unterzeichnete Vereinbarung formalisiert einen polnischen Beitrag von 656,3 Millionen Euro an IRIS2. Die Finanzierung wird die Entwicklung der 12 Satelliten und den Bau einer Bodenstation in Warschau unterstützen, die die Satelliten an das GovNet-Glasfasernetz der Regierung anschließen wird. Die Finanzierung erfolgt über den Nationalen Wiederaufbauplan des Landes.

„Dies ist eine Investition in die Sicherheit, die sich in den kommenden Jahren auszahlen wird. Mit diesem Projekt zeigen wir auch, dass Polen eine führende Rolle in der europäischen Raumfahrtindustrie einnehmen und im Zentrum der Sicherheitsbemühungen der Europäischen Union bleiben will“, sagte der polnische Innenminister Marcin Kierwiński.

Im September 2025 kündigte die polnische Regierung an, bis zu 500 Millionen Euro zum IRIS2-Programm der Europäischen Union beizutragen. Damit sollten die Entwicklung von sechs MEO-Satelliten und der Bau der Bodenanlage finanziert werden. In einem am 20. Mai veröffentlichten Vorschlag der Europäischen Kommission wurde erklärt, dass Polen durch Kürzungen in anderen Teilen seines Wiederaufbauplans Mittel freigesetzt habe, um seine Beiträge zu IRIS2 und dem Sicherheits- und Verteidigungsfonds des Landes zu erhöhen. Er nannte auch den genauen Beitrag Polens mit 656.326.691 Euro.

Zusätzlich zu seiner Vereinbarung mit der Europäischen Kommission unterzeichnete Polen auch separate Absichtserklärungen mit SES und Eutelsat, zwei der drei Unternehmen, die das SpaceRISE-Konsortium anführen und für die Entwicklung der IRIS2-Konstellation ausgewählt wurden. Weder die Presseerklärungen der Regierung noch der polnischen Raumfahrtbehörde beschreiben, worum es in den Memos geht.

Die Europäische Kommission gab ihre Auswahl des SpaceRISE-Konsortiums im Dezember 2024 bekannt. Das von SES, Eutelsat und Hispasat geführte Konsortium hat die Aufgabe, die Hauptkonstellation von 290 Satelliten aufzubauen. Die Vereinbarung über 10,55 Milliarden Euro umfasst einen Beitrag von 6 Milliarden Euro von der EU, 4 Milliarden Euro von den Konsortialpartnern selbst und 550 Millionen Euro von der Europäischen Weltraumorganisation. Damit entspricht der endgültige Beitrag Polens etwa zehn Prozent des gesamten öffentlichen Beitrags zur Initiative.

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