Frankreich und Deutschland drängen auf eine stärkere Reaktion der Europäischen Union auf den wachsenden Handelsüberschuss und die industrielle Überkapazität Chinas, da die Besorgnis über die Auswirkungen auf wichtige europäische Sektoren wächst.
Ausgestellt am: 21.07.2026 – 08:08 Uhr Geändert: 21.07.2026 – 08:08 Uhr
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Das Thema rückte wieder ganz oben auf die Tagesordnung, als Emmanuel Macron und Friedrich Merz letzte Woche vereinbarten, bis September einen „deutsch-französischen Fahrplan“ auszuarbeiten, wie auf Chinas Handelspraktiken reagiert werden soll.
Die Initiative baut auf einem aktuellen Bericht des französischen Hochkommissars für Planung mit dem Titel „The Chinese Steamroller: Quantifying the Systemic Threat to Europe’s Industrial Base“ auf, in dem argumentiert wird, dass Pekings industrieller Aufstieg nun einem „systemischen Schock“ für Europas Produktionsbasis gleichkommt.
In dem Bericht heißt es, dass Chinas Kombination aus Größe, niedrigen Produktionskosten, großen Überkapazitäten und schnellem technologischen Fortschritt die globale Fertigung verändert und die Wettbewerbsfähigkeit Europas untergräbt.
Chinesische Investitionen in Europa erreichen den höchsten Stand seit sieben Jahren, aber die Erholung könnte nur von kurzer Dauer sein
Fast ein Viertel der EU-Exporte sei ernsthafter chinesischer Konkurrenz ausgesetzt, heißt es in dem Bericht, während bis zu 55 Prozent der europäischen Produktionsproduktion – darunter Autos, Batterien, Chemikalien und Maschinen – „mittelfristig anfällig sein könnten, wenn die aktuellen Trends anhalten“.
Im China-EU Strategic Outlook aus dem Jahr 2019 hieß es, China sei zum „systemischen Rivalen“ der EU und nicht zu einem „Partner“ oder „Konkurrenten“ geworden.
Die Werkstatt der Welt
Die Handelsdefizite mit einzelnen EU-Ländern begannen sich auszuweiten, nachdem China 1979 seine Wirtschaft für die Außenwelt öffnete und zur „Werkstatt der Welt“ mit massiver Produktion in Küstenprovinzen wurde, während es westliche Unternehmen dazu einlud, ihre eigene Produktion nach China auszulagern.
Eine Frau arbeitet in einer Bekleidungsfabrik im Kreis Donghai in der ostchinesischen Provinz Jiangsu, 27. Oktober 2020. AP
Die Kluft vergrößerte sich exponentiell nach 2001, als China der Welthandelsorganisation beitrat. Laut einem Bericht des Council on Foreign Relations haben sich Chinas Exporte seitdem verfünffacht.
Unterdessen stiegen die chinesischen Importe aus der EU und anderen westlichen Ländern nicht entsprechend: Derzeit beträgt das Handelsdefizit zwischen China und der EU 360 Milliarden Euro pro Jahr zugunsten Chinas.
EU setzt riesiges Investitionsabkommen mit China aus

Ein Arbeiter inspiziert ein Elektroauto in einer Zeekr-Fabrik auf der Insel Meishan in Ningbo, ostchinesische Provinz Zhejiang, 18. April 2025. AFP – HECTOR RETAMAL
Heute heißt es in dem Bericht der französischen Planungskommission, dass die Lücke bei den Produktionskosten zwischen China und Europa oft „zu groß ist, um allein durch Innovation oder Produktivitätssteigerung schnell geschlossen zu werden“.
Er argumentiert auch, dass die bestehenden Handelsschutzinstrumente der EU zu langsam und zu fragmentiert seien, um Chinas langfristige Industriestrategie zu berücksichtigen.
Frankreich vertritt seit langem eine härtere Linie gegenüber Peking, während Deutschland aufgrund seiner engeren Handelsbeziehungen zu China als Europas größtem Handelspartner mit China traditionell vorsichtiger agiert.