Veröffentlicht am 16.07.2026 – 6:18 GMT+2
Künstliche Intelligenz-Tools revolutionieren das Gesundheitswesen und geben einer überlasteten Belegschaft im Gesundheitswesen Hoffnung. Von Diagnosetools bis hin zu besseren Arbeitsabläufen – KI unterstützt Gesundheitssysteme in ganz Europa. Doch obwohl die Instrumente vorhanden seien, seien die Vorschriften in den meisten Ländern nicht vorhanden, warnte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Europa, Hans Henri P. Kluge.
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Diese Lücke (zwischen Umsetzung und Governance) ist derzeit die entscheidende Herausforderung von KI im Gesundheitswesen“, sagte Kluge auf einer Pressekonferenz am 15. Juli in Lissabon.
Je länger diese Lücke bestehe, desto höher seien die menschlichen Kosten, warnte er.
„Ein voreingenommener Algorithmus kann bei einem echten Patienten zu einer Fehldiagnose mit echten Konsequenzen führen“, sagte Kluge.
Zwei Drittel der 53 europäischen Länder der WHO implementieren bereits KI-Diagnostik und die Hälfte der Länder verfügt über KI-gestützte Patienten-Chatbots, aber nur wenige (jedes zwölfte) verfügen über Strategien zur Steuerung von KI.
Nur 8 % der Länder in der Europäischen Region der WHO verfügen über eine spezifische KI-Strategie für die Gesundheit und fast 40 % der Länder verfügen über keine ethischen Leitlinien für den Einsatz von KI im Gesundheitswesen. Was die Ausbildung angeht, bietet nur jedes fünfte Land eine KI-Ausbildung für Studenten im Gesundheitswesen an und nur jedes vierte Land bietet eine Ausbildung an, sobald sie im Berufsleben sind.
Dies sei ein „besorgniserregendes“ Szenario, sagte Kluge und betonte, dass dies Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben könne. „All dies untergräbt das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Gesundheitssysteme im Allgemeinen“, warnte er.
Im Jahr 2028 will die WHO einen Fahrplan zu KI und Gesundheit veröffentlichen.