Deutsche Bahninfrastruktur erreicht neuen Investitionsrekord

Deutsche Bahninfrastruktur erreicht neuen Investitionsrekord

Für den Zeitraum 2027-2030 liegt der Schwerpunkt auf der deutschen Schieneninfrastruktur, in die im Vergleich zu allen anderen Verkehrsträgern am meisten investiert wird.

Foto: Deutsche Bahn AG / Oliver Lang

Deutschland bereitet große Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur vor, mit besonderem Augenmerk auf die deutsche Schieneninfrastruktur. Bis 2029 plant die Bundesregierung, rund 169 Milliarden Euro für die Verkehrsinfrastruktur bereitzustellen, darunter Eisenbahnen, Brücken und Straßen.

Das Programm zielt darauf ab, Verkehrsstaus zu reduzieren, ein modernes und integriertes Verkehrsnetz zu entwickeln und die Rolle der Eisenbahnen bei der Reduzierung verkehrsbedingter Emissionen zu stärken.

Die Investitionen werden aus dem Bundeshaushalt und dem Sonderfonds für Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) im Umfang von 500 Milliarden Euro finanziert. Der Fonds gliedert sich in drei Komponenten: 100 Milliarden Euro für Länder und Kommunen, 100 Milliarden Euro für den Klima- und Transformationsfonds (KTF) und 300 Milliarden Euro für zusätzliche Bundesinvestitionen. Die Förderung erfolgt über einen Zeitraum von 12 Jahren.

Foto: Deutsche Bahn AG / Daniel Karmann

Mit diesem Sondervermögen „investieren wir mehr denn je in die Stärke und langfristige Entwicklungsfähigkeit unseres Landes. (…) Wir ermöglichen die Modernisierung des Schienennetzes und sorgen dafür, dass die Menschen pünktlich zur Arbeit kommen. Wir investieren in Digitalisierung, Gesundheitsversorgung, Klimaschutz und moderne Infrastruktur in allen Bereichen unseres Landes“, sagte Lars Klingbeil, Bundesfinanzminister und Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland.

Über SVIK wird Deutschland in diesem Jahr 16,3 Milliarden Euro für die Instandhaltung der deutschen Eisenbahninfrastruktur bereitstellen. Die Finanzierung zielt darauf ab, das bestehende Netz zu erhalten und zu modernisieren und so die Kapazität, Sicherheit und Funktionalität der Eisenbahnstrecken zu gewährleisten.

Das Programm umfasst Instandhaltungs- und Erneuerungsmaßnahmen für die gesamte deutsche Eisenbahninfrastruktur, die es dem Netz ermöglichen, der wachsenden Transportnachfrage und den langfristigen Modernisierungszielen gerecht zu werden.

Den größten Teil der Verkehrsförderung erhält die deutsche Schieneninfrastruktur

Nach dem Nationalen Verkehrsinvestitionsplan 2027–2030 erhält die deutsche Schieneninfrastruktur von allen Verkehrsträgern die größte Förderausstattung.

Bis 2026 wird Deutschland rund 33,7 Milliarden Euro in die Verkehrsinfrastruktur investieren, die die Bereiche Schiene, Straße und Binnenschifffahrt umfasst. Dies stellt einen Anstieg von rund 7 Milliarden Euro im Vergleich zum Jahr 2024 dar, als die Verkehrsinvestitionen etwa 26 Milliarden Euro betrugen.

Foto: Deutsche Bahn AG / Daniel Karmann

Laut dem im Juli verabschiedeten Bundeshaushalt liegen die Transportinvestitionen weiterhin auf hohem Niveau. Für Verkehrsprojekte im Zeitraum 2025–2029 sind rund 170 Milliarden Euro vorgesehen, was einem Jahresdurchschnitt von rund 33 Milliarden Euro entspricht.

Der Eisenbahnsektor erhält den Großteil dieser Mittel. Zwischen 2027 und 2030 werden mehr als 84 Milliarden Euro in die deutsche Schieneninfrastruktur investiert, davon 21,9 Milliarden Euro im Jahr 2026, 20,8 Milliarden Euro im Jahr 2027 und 63,4 Milliarden Euro im Zeitraum 2028-2030. Die Förderung dient der Modernisierung, Erhaltung und dem Ausbau der deutschen Schieneninfrastruktur.

Geplante Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur in Deutschland (in Millionen Euro)

Kategorie 2026 2027 2028 – 2030 2027 – 2030 Gesamtinvestitionen in die Verkehrsinfrastruktur 34.380 33.723 101.692 135.415 Eisenbahn 21.882 20.780 63.384 84.164 Autobahn 11.054 11.260 33.213 44.473 Binnenwasserstraßen 1.444 1.683 5.092 6.775

Nach Angaben der Regierung folgt die Investitionsstrategie dem Grundsatz „Instandhaltung vor Neubau“ und stellt gleichzeitig eine ausreichende Finanzierung für den Bau neuer Eisenbahnstrecken sicher.

Beschleunigen Sie die Digitalisierung der Bahn

Die Digitalisierung ist einer der Hauptpfeiler der Modernisierung der deutschen Eisenbahninfrastruktur durch den Einsatz von ETCS und anderen digitalen Technologien zur Steigerung der Netzkapazität, Sicherheit und Effizienz. Ziel ist die Schaffung eines zuverlässigeren und interoperableren Schienensystems, das der wachsenden Transportnachfrage gerecht werden kann.

Um diesen Prozess zu beschleunigen, hat Deutschland das ERTMS-Koordinierungsbüro eingerichtet, das für die Koordinierung der digitalen Modernisierung der deutschen Eisenbahninfrastruktur und die Ausrüstung von Zügen mit Technologien wie ETCS verantwortlich ist. Das Büro wird die Projektumsetzung und die Finanzierungskoordinierung überwachen, mit dem Ziel, die Netzwerkkapazität zu erhöhen, die Pünktlichkeit zu verbessern und die Betriebszuverlässigkeit durch Echtzeitkommunikation zwischen Zügen und Kontrollzentren zu verbessern.

Foto: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben

Über den Sonderfonds Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) stellt Deutschland bis 2026 2,45 Milliarden Euro bereit, um die deutsche Eisenbahninfrastruktur und das rollende Material mit ERTMS auszurüsten. Die Investition unterstützt den Einsatz von ETCS und anderen digitalen Technologien, die die Sicherheit, Effizienz und Interoperabilität des deutschen Schienensystems mit dem europäischen Schienennetz verbessern sollen.

Für die Deutsche Bahn bleibt die Digitalisierung eine strategische Priorität. Im Rahmen des Programms „Digitale Schiene Deutschland“ (DSD) entwickelt das Unternehmen die deutsche Schieneninfrastruktur mit digitaler Signaltechnik, digitalem Stellwerk, ETCS und automatischem Zugbetrieb (ATO). Die Deutsche Bahn wird in den kommenden Jahren weiterhin digitale Systeme sowohl in der Infrastruktur als auch im Rollmaterial integrieren. Eines der symbolträchtigen Projekte ist der Digitale Schienenknotenpunkt Stuttgart, bei dem Infrastruktur und Züge für den vollständig digitalen Betrieb vorbereitet werden.

Investitionen der DB in die Infrastruktur

Die Deutsche Bahn beschleunigt die Modernisierung der deutschen Schieneninfrastruktur. Im Jahr 2026 will DB InfraGO gemeinsam mit dem Bund mehr als 23 Milliarden Euro in das Schienennetz und die Bahnhöfe investieren.

Das Investitionsprogramm umfasst die Erneuerung und Instandhaltung bestehender Infrastruktur, die Modernisierung von Bahnstrecken, Leitsystemen und anderen wesentlichen Netzkomponenten. Im Jahr 2026 sind in der gesamten deutschen Bahninfrastruktur mehr als 28.000 Instandhaltungs- und Verbesserungsprojekte geplant, darunter Arbeiten an Gleisen, Signalanlagen und anderen Bahnanlagen.

Foto: Deutsche Bahn AG / Michael Neuhaus

Langfristig will die Deutsche Bahn die deutsche Schieneninfrastruktur durch die Erneuerung wichtiger Korridore, die Modernisierung von Bahnhöfen und die Umsetzung des Konzepts „Bahnhöfe der Zukunft“ zu einem leistungsstarken Netz ausbauen. DB InfraGO verwaltet rund 33.400 km Schieneninfrastruktur und rund 5.400 Bahnhöfe und bildet das Rückgrat des langfristigen deutschen Schienenmodernisierungsprogramms.

Vereinfachte Genehmigungen für Infrastrukturprojekte

Im Juli verabschiedete der Bundestag das Infrastruktur-Zukunftsgesetz, mit dem Planungs- und Genehmigungsverfahren für strategische Verkehrs- und Energieprojekte beschleunigt werden sollen.

Die Gesetzgebung priorisiert strategisch wichtige Investitionen, verkürzt die Genehmigungszeiten und ermöglicht eine schnellere Umsetzung großer Infrastrukturprojekte.

Foto: Deutsche Bahn AG / Oliver Lang

„Wir investieren Milliarden Euro in die Infrastruktur. Wir müssen schneller planen, genehmigen und bauen. Mit dem Infrastrukturzukunftsgesetz bietet die Bundesregierung Behörden und Unternehmen endlich Schnelligkeit, Klarheit und Planbarkeit, damit Modernisierungs- und Ausbauarbeiten dort ankommen, wo sie gebraucht werden: auf den Straßen, Brücken, Schienen und Wasserstraßen des Landes“, sagte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder.

Das Gesetz erleichtert Projekte wie neue Eisenbahnlinien, Autobahnen, Binnenwasserstraßen und den Ersatz alter Brücken, indem es ihnen bei Genehmigungsverfahren Vorrang einräumt. Darüber hinaus könnten durch die Digitalisierung von Genehmigungsprozessen einzelne Phasen um bis zu 30 % verkürzt werden.

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